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Isländer-Präsentation beim Autohaus Seifert am 03. November 2001

Tiefer Schnee > > > breite Reifen > > > lange Fahrt...!


Text & Fotos: Alexander Wohlfarth

 

Nach diesem Motto baut man in Island schon seit ca. 25 Jahren die ultimativen Fortbewegungsmittel für die großen schnee- und eisbedeckten Gebiete - nicht einfach nur geländegängig sondern unmittelbar für die Fahrt im Schnee konzipiert. Das hervorstechendste Kennzeichen ist dabei eine Radgröße, die hierzulande jeden blaß werden läßt: unter 35" ist schon mal gar keiner Diskussion wert, bei 38" fängt der Spaß erst an...und 44er sind eine erwachsene Größe!

 


74er mit 38"-Umbau - mehr dazu weiter unten im Text

 

Nun - hier bei uns kennt man diese Umbauten meistens nur vom Hörensagen, aus dem Internet oder aus dem Comicheft (wo überdimensionale Reifen glücklicherweise immer zu einem Geländewagen dazugehören - die werden in Comichausen ja gar nicht anders ausgeliefert). Es gibt jedoch einen Lichtblick: das Autohaus Seifert in Limburg fertigt diese Umbauten auch für den deutschen Markt! Am 3. November war die Präsentation der ersten drei umgebauten Fahrzeuge, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte.

 

 

Die Fahrzeuge wurden wirklich liebevoll arrangiert und toll in Szene gesetzt: ein 74er, ein 78er und ein 95er standen im Verkaufsraum.

 

Ihr müßt es zugeben: insgeheim streben wir alle nach Größe - vor allem bei den Reifen und der Höherlegung...nicht umsonst dreht man sich nach jedem 33er Reifen um und malt sich aus, wie die Kiste im Sand geht. Aber als ich den 74er gesehen habe, wurde ich blaß - DEN würde ich gerne mal im Sand fahren! Allerdings mit einem anderen Profil, sonst geht´s nicht nach vorne, sondern nach unten...

 

Große Dinge erfordern viel Arbeit...

 

Wer denkt, mit großen Reifen wäre es getan, der irrt gewaltig - da ist schon ein wenig mehr Aufwand vonnöten.


Beispiel 74er: da werden die Radkästen aufgeschnitten, Karosseriearbeiten erledigt, Verbreiterungen montiert, Fahrwerk umgebaut, Achsen unter die Federpakete gesetzt und schräg angestellt, doppelte Kreuzgelenke montiert, Kardanwellen gekürzt, Differentiale geändert, Stoßdämpfer gewechselt, Auspuff verlegt, Hecktür verstärkt usw. - noch ein Druckluftsystem rein (mit einem gar riesigen Druckkessel), Trittbretter und Schmutzfänger dran, Multimount-System für die Winde und eine Menge anderer Kleinigkeiten und die Sache wäre erledigt...

 

Hat schon eine bärenstarke Optik, das Teil!

 

 

Das Fahrwerk ist eine Kombination - je nach Bedarf. Die hinteren Federpakete sind die originalen, verstärkt mit OME-Lagen, die Dämpfer stammen von Koni. Die vorderen Schraubenfedern sind ebenfalls von OME. Zusätzlich wurden die hinteren Dämpfer-Aufnahmen weiter nach innen verlegt, sodaß diese jetzt wesentlich schräger stehen als beim Original.

 

 

Das dürfte wohl die Grenze für die Reserverad-Montage an der Hecktür sein...die Tür ist verstärkt, ansonsten sind es die originalen Scharniere - Öffnen und Schließen ging vollkommen ohne Probleme. Aber ich möchte den Reifen da nicht runter- oder raufheben müssen...

 

Alle Arbeiten machen auf mich einen sehr sauberen Eindruck - eine gute Verarbeitung gepaart mit durchdachten Lösungen garantieren eine lange Haltbarkeit. Auch mit den Radlagern oder sonstigen verschleißanfälligen Teilen sollen sich keine Probleme ergeben - alleine schon, weil bei Toyota sämtliche Teile von vornherein überdimensioniert sind.


Auch die Leute vom Autohaus Seifert machen einen kompetenten Eindruck - es wird gemacht, was sinnvoll ist und hält.

 

Auf der Autobahn lassen sich mit dem 74er übrigens noch locker 140 km/h fahren - ohne alle vier Spuren zu brauchen oder einen Gehörschaden zu bekommen...

 

 

Hier sieht man schön die unter die Federpakete verlegten Achsen. Durch die Schrägstellung der Achsen, die neuen Kreuzgelenke und ein paar andere Modifikationen ergeben sich keine Probleme.

 

 

Der Auspuff hat mich verblüfft: kurz nach dem Flexstück geht er nach oben, windet sich über den Rahmen, geht nach hinten zum Topf (links im Bild), führt zurück, wieder über den Rahmen und dann schließlich ins Endstück...das ganze ist durch Höherlegung und Trittbrett so weit vom Geschehen entfernt, daß man sich eigentlich keine Sorgen zu machen braucht.

 

 

Hier sieht man den massiven Unterfahrschutz und den gut versteckten Druckzylinder für die leistungsstarke Druckluftanlage - tja: Reifen dieser Größe brauchen halt eine Menge Luft...!

 

Die für den Umbau benötigten Teile wie Kotflügelverbreiterungen und ähnliches werden aus Island importiert - direkt von Isafold, die seit 1994 im Isländer-Geschäft sind und nebenbei auch Touren / Reisen in Island mit dem Isländer anbieten. Die wissen also genau, um was es dabei geht. Dieser Eindruck hat sich für mich noch verstärkt, als ich mich mit Jon Baldur Porbjörnsson unterhalten habe - der Geschäftsführer von Isafold vermittelt einen kompetenten Eindruck.

 

Der 78er, der ebenfalls präsentiert wurde, ist in den Genuß eines 35"-Umbaus gekommen. Nicht gar so spektakulär auf den ersten Blick - wenn er neben dem kurzen 38zöller steht.


Im Vergleich zum serienmäßigen Station ist das allerdings wirklich allerhand. Und es gleicht den Radstand ein wenig aus. Zusammen mit der anderen Achsübersetzung ist das Gerät einwandfrei fahrbar und macht sicherlich einen riesen Spaß auf der Tour.

 

 

Auch einem 95er wurde die eine oder andere Veränderung zuteil:

 

 

Ich weiß, auf was der geneigte Leser die ganze Zeit wartet: "was kost´ das?"

 

Nun - ein 35"-Umbau schlägt mit 25 - 30 Tausend Deutschen Mark zu buche, für einen 38"-Umbau werden zwischen 50 und 60 Tausend DM veranschlagt. Der Umbau dauert dabei circa 2 Monate.

 

Ich denke, wir werden noch mehr von den Isländern hören - spätestens, wenn das OffRoad im Januar ebenfalls einen Bericht bringt!

 

Kontaktadressen:

 

Autohaus Seifert in Limburg für die Technik

 

Isafold Travel in Gardabaer / Island für die Reisen - ansonsten auch über Autohaus Seifert

 

 

 
In Kooperation mit

Das Buschtaxi-Treffen 2010 vom 9.-11. September 2011!
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